@utoren im Gespräch

Wenn du musst, kannst du so viel, wovon du nicht wusstest, dass es in dir steckt. Dazu ist das Abenteuer gut!“ – Dieses Fazit kann man ziehen, wenn man an der Grenze zu Kanada im Schneesturm an einem Abgrund entlangfährt.

Interview mit der sympathischen Autorin Rebecca Heim (26):

Für Literatur erLeben hast du eine Kurzgeschichte eingereicht. Schreibst du überwiegend Kurzgeschichten oder auch Romane?

Eigentlich war es meine erste Kurzgeschichte überhaupt, naja, in der Schule mal eine, aber ich habe diese Kurzgeschichte extra für Literatur erLeben geschrieben. In Romanen mag ich es, ausführlich zu beschreiben, in tiefere Welten zu tauchen und Charaktere richtig kennenzulernen. Aber es war spannend und eine Herausforderung mal in einem anderen Format zu schreiben und meine Sicherheitszone zu verlassen.

Bisher habe ich drei Romanprojekte angefangen, die ich auch beenden möchte.

In welchem Genre schreibst du am liebsten?

(Ich habe immer das Gefühl, es klingt bei diesem Genre so lächerlich, wenn man sagt, worüber man schreibt). High-Fantasy. Es macht so viel Spaß. Ich entwickele ganze Fantasywelten und mag es, wenn meine Charaktere sich weiterentwickeln oder berechenbar sind und wenn Perspektiven sich ändern. Aber eines meiner Romanprojekte ist ein Drama.

Wie sieht dein Ritual beim Schreiben aus? Wie und wo schreibst du?

Ich setze mir selbst ein Leseverbot. Zurzeit schreibe ich an einem Fantasyroman, dann habe ich ein Fantasy-Verbot. Natürlich nehmen Geschichten, die man mal gelesen hat, immer irgendwie Einfluss, aber ich will mich so wenig wie möglich beeinflussen lassen. Schreiben kann ich überall. Vor allem auf langen Strecken im Zug. Musik inspiriert mich, also überlege ich mir eine Playlist für diverse Charaktere und, das klingt jetzt komisch, aber manchmal warte ich auf ein bestimmtes Wetter, um in Stimmung zu kommen. Und ich brauche eine Tastatur, die klackert, sonst kann ich nicht schreiben (lacht).

Wie kommen dir die Ideen?

Inspiration bekomme ich durch Musik, da kommen mir schnell Bilder in den Kopf. Und monotone Arbeiten helfen auch. Ich habe mal acht Monate in einer Fabrik gejobbt – das Langweiligste, das ich je gemacht habe – aber dabei habe ich mir die komplette Geschichte für mein derzeitiges Romanprojekt überlegt.

Möchtest du uns etwas über das Romanprojekt erzählen?

Es ist ein Fantasyroman. Es spielt auf einem eigenen Kontinent mit verschiedenen alten Völkern. Die ganze Welt ist im Aufbruch und die Natur spielt verrückt. Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, der direkt zu Beginn etwas zustößt. Sie hat keine Erinnerung an etwas und muss alles neu kennenlernen und ihren Platz in dieser Welt finden.

Eine Freundin von mir, die Allgemeine Sprachwissenschaften studierte und jetzt bei einem Verlag arbeitet – allerdings kein Verlag, der Fiktion rausbringt, macht die Korrektur. Sie achtet auch ein wenig darauf, ob es spannend genug ist.

Was für Erwartungen hast du an die Inszenierung deines Textes beim Literatur erLeben Festival?

Ich werde wahrscheinlich sehr überrascht werden. Es wird sehr aufregend sein, meinen Text auf der Bühne zu sehen. Ich bin immer sehr nervös, wenn andere Leute meine Schreibarbeiten sehen.

Dein Text hat eine sehr witzige Wendung zum Schluss. Lässt du deine Leser gern im Dunkel, bevor du die Bombe platzen lässt?

Ja sehr gerne! Deshalb fällt es mir auch immer schwer Leuten zu erzählen, worum es in meinen Romanen geht, ohne zu viel zu verraten. Es gibt immer Überraschungen!

Welchen Autor bzw. welche Bücher liest du besonders gerne und warum?

Früher hat mich die Avalon-Reihe (Marion Zimmer Bradley) sehr begeistert. Frauen stehen da im Mittelpunkt und es hat mich damals nicht mehr losgelassen. Sonst lese ich auch gerne Klassiker wie Jane Eyre.

Welches Buch liest du gerade?

„Brave New World“ von Aldous Huxley. Ich hatte davor „1984“ von George Orwell gelesen und das Buch hat mich noch tagelang verfolgt, da wollte ich wissen, was andere Autoren noch zu dem Thema schreiben.

Und liest du es bei Kaffee oder Tee?

Bei Tee.

Welche berühmte Person (real oder fiktiv) würdest du gerne mal treffen? Und was würdest du ihr sagen?

Ich fände ich es toll Bill Murray zu treffen und ihn zu fragen, was er denn Scarlett Johansson am Ende von “Lost in Translation” ins Ohr geflüstert hat. Das Ende hat mich verrückt gemacht.

Vielen Dank, Rebecca!

Ich freue mich darauf deinen Text auf der Bühne zu sehen und hoffentlich bald deinen Roman lesen zu können.

- Vanessa-Cher Zimmerer –

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