“I think I can write a novel!” – Haruki Murakami

Es ist spannend zu lesen, wo Autoren ihre Inspiration fürs Schreiben herbekommen. Wie und wann entstand der erste Funke des Wortwirrwars, der die Buchstaben zu einer fiktionalen Welt entwickelt? Die Murakami-Evolution fand ganz unscheinbar statt und ist im Essay seines Werkes “Wind/Pinball” nachzulesen. Ein schönes Vorwort zu zwei wundervollen Kurzromanen. 

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Haruki Murakami

“Murakamis Romane lesen sich als schriebe Raymond Chandler Drehbücher für David Lynch, um Yasujirō Ozu die Regie übernehmen zu lassen: extrem elliptisches Pop-Noir für die wohlhabenden Mittzwanziger!” 

- Ian Sansom -

Die Einleitung zu den zwei Romanen, ein herrliches kleines Essay mit dem Titel “The Birth of My Kitchen-Table Fiction”, gibt dem Autor die Möglichkeit seine Geschichte zu erzählen, wie er Romanautor wurde, nachdem er die Universität verlässt, heiratet, eine Jazz-Bar managt und “harte körperliche Arbeit” vollzieht (jeder mit Erfahrung in körperlich harter Arbeit wird überrascht sein zu lesen, dass die in Murakamis Fall aus Sandwich- und Cocktailzubereitungen besteht).

Der Murakami Ursprungsmythos lautet wie folgt: er war bei einem Baseball-Spiel im Jingu Stadium im Jahr 1978 als ein Spieler namens Dave Hilton einen Doppel-Run hinlegte und “in diesem Moment, aus keinem bestimmten Grund und ohne Grund und Boden, kam es mir in den Sinn: Ich denke, ich kann einen Roman schreiben.” Die Geschichte ist wichtig, denn sie beinhaltet die zentralen Elemente der Murakami-Fiktion: ein junger Mann, der durchs Leben treibt, plötzlich eine seltsame Begegnung erlebt oder eine tiefsinnige Entscheidung trifft. Das, in Kürze, ist die Geschichte von Toru Watanabe in Norwegian Wood, von Kafka in Kafka on the Shore und von Toru Okada in The Wind-up Bird Chronicle. Alles Geschichten des Erwachsenwerdens über Jung-Männer und trübe, verstörend attraktive Frauen, wohlwollendem Reiz und einem Hauch Surrealismus: die Murakami Story.

Das Essay wird vor allem wissbegierigen Schreiberlingen gefallen, unterhält aber auch Lesebegeisterte ohne Schreibambitionen. Wer Murakami für einen ausgeklügelten Plot liest, wird enttäuscht! Aber unterhaltsam, spannend und wundervoll geschrieben sind die zwei Kurzromane in jedem Fall!

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Viel Spaß! Euer Lit. erl – Team!

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