Gentlemen Prefer Bonds – “Rum Punch”

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Rum Punch – Elmore Leonard

- and Literatur erLeben prefers punching dialogue.

In “Rum Punch” von Elmore Leonard erwischen zwei Polizisten eine Stewardess beim Geldschmuggeln. Woher wissen die von dem Deal und woher wissen die, wie viel Geld sich in ihrem Koffer befindet, ohne es zu zählen? Vor allem, wo kommt das Tütchen Kokain in ihrem Koffer her? Das fragt sich Stewardess Jackie Burke.

Eine weibliche Heldin, die mit jedem männlichen Konterpart Schritt halten kann. Durchtrieben und mit dem nötigen moralischen Leck. Kühl, mit scharfem Verstand und scharfen Worten. Jackie Burke. Sie nutzt Männer aus und spielt ein verwobenes Spiel mit der Polizei und Waffenschmugglern.

Darum dreht sich die intelligent durchdachte Story. Jackie wird von zwei Polizisten am Flughafen aufgehalten, die in ihrem Koffer fünfzigtausend Dollar und eine Tüte Kokain finden. Um einer Gefängnisstrafe wegen Geldschmuggel und Drogenbesitz zu entgehen, geht sie einen Deal ein, um ihren Boss Ordell wegen illegalen Waffenhandels auszuliefern. Der braucht unbedingt sein Vermögen, das auf den Bahamas festhängt. Die Einzige, die helfen kann, ist Jackie. Sie plant unter dem Deckmantel eines Undercovereinsatzes mit der Polizei einen nächsten Coup, um für Ordell die halbe Million Dollar ins Land zu bringen. Die Cops jedoch interessieren vielmehr die illegalen Waffen, nicht das Geld, und Jackie, die in keine rosige Zukunft blickt, braucht ein finanzielles Polster. Sie entwirft einen Plan und kreiert zwei Geschichten, wie der nächste große Coup ablaufen soll. Was sie der Polizei erzählt, und was Ordell, unterscheidet sich wie Tag und Nacht, doch eines haben beide Seiten gemeinsam: Sie vertrauen Jackie!

Doch auch Jackie muss Vertrauen aufbringen. Gegenüber dem Kautionsvermittler Max Cherry. Ein Ex-Polizist, der alle Ideale seiner jahrelangen Vergangenheit als Strafverfolger über Board werfen müsste. Für eine Frau.

“Cujo asked was he suppose to bring a ruler with him breaking in a house to measure the weapon with? Bread said, `No man, you don´t need a ruler.` He said, `You know how long your bone is, don´t you? You take it out , lay the piece alongside your bone, and figure the difference.`”

Leonard entwirft außergewöhnliche Charaktere, die in einer Welt ohne malende Adjektive leben. Was der Leser sieht, sieht er aus Sicht der Charaktere und muss seine eigenen Schlüsse ziehen. Die Polizisten Nicolet und Tyler sehen nicht, wie an einem sonnigen Freitagmorgen eine nervös schauende Stewardess ihren Weg durch den lauten und überfüllten Flughafen bahnt. Leonard reduziert es auf `Jackie Burke, die durch den Zoll und die Passkontrolle geht, ohne ihre Tasche zu öffnen`. Das Setting ist klar und der Leser wird gleich angeregt zu überlegen, was es mit der Stewardess und dieser braunen Tasche auf sich hat. Stück für Stück offenbart sich die Story. Authentische Dialoge (eines der wenigen Bücher, das mit originellen und scharfen Dialogen überzeugt) tragen die Story und entfalten sie auf natürliche Art.

Rum Punch wurde 1998 von Quentin Tarantino unter dem Titel “Jackie Brown” verfilmt. Die Hauptrolle übernahm Pam Grier.

Sehenswert! Jedoch empfehlen wir erst den Roman zu lesen!

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Viel Spaß! Euer Lit. erl – Team!

3 thoughts on “Gentlemen Prefer Bonds – “Rum Punch”

  1. Bestes Zitat: “That’s right, you got a divorce. You remarried— what about your present husband?” “He died last year.” “You go through ’em,” Nicolet said. “What kind of work did he do?” “He drank,” Jackie said.”
    Ich liebe das Buch!

  2. Hast Recht! Jackie ist die coolste Figur! Hab leider den Film zuerst gesehen! Aber von dem Schreibstil kann ich mir wirklich was abgucken! Danke für den Dialoghinweis!

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