Awardshow mit Captain Fantastic in München!

Ein wenig Glamour, ein wenig Glanz, ein wenig Unterhaltung. Aber Wenig überwiegt bei der Award Show des 34. Filmfest in München, das am vergangenen Samstagabend sein Ende nahm. Der Moderator swingt das Publikum in eine vielversprechende Award Show, doch mehr als eine sehr gute Moderation und einen fantastischen Abschlussfilm bietet der Abend nicht.Anhang 1

“An all die Dinosaurier da draußen”, beginnt Regisseurin Mareille Klein ihre Rede, die den FIPRESCI-Preis für “Dinky Sinky” (2015) entgegennahm. Diese Ansage sollten sich auch die Veranstalter der Awardverleihung zu Herzen nehmen. Also: An all die Dinosaurier da draußen, Frauen können nicht nur Filme drehen, sondern auch Filmfeste organisieren. Im nächsten Jahr vielleicht etwas strahlender, mit mehr anwesenden Filmemachern (von den Gewinnern nahm kaum jemand den Preis persönlich entgegen).

Kurz vor dem Einlass schaute man sich um. Versuchte bekannte Gesichter zu erblicken, doch bis auf ein einziges Blitzlichtgewitter, in dem eine zierliche Schauspielerin stand, die mehr Schulterzucken als den großen Aha-Effekt bei den Anwesenden hervorrief, gab es nicht. Dass wir uns in Bayern befinden und nicht in Hollywood wurde auch klar, als es hieß Penelope Cruz filmt zurzeit mit ihrem Ehemann Javier … ??? …  ja, wie hieß er doch gleich? Filmfans sei Dank schaffte das Publikum Abhilfe und zeigte, dass Javier Bardem unter Qualitätsfilmeguckern und Menschen aus der Filmbranche ein geläufiger Name ist.

Die Verleihung ehrt und erwähnt herausragende Filme und zeigt damit guten Geschmack für außergewöhnliche Dramaturgie und Drehbücher. “Die Hände meiner Mutter”, “Divines”(Cinevision Award) oder “Dinky Sinky”(erhielt auch den Förderpreis Neues Deutsches Kino in der Kategorie Drehbuch), um nur einige zu nennen.

Die Preisverleihung, und damit das 34. Filmfest München, endet mit dem Abschlussfilm “Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück”. Ein herausragender Film, der den Abend rettet und Euch zum Nachdenken, zum Lachen und zum Weinen bringt. Captain Fantastic (Viggo Mortensen) ist kein Superheld, aber ein Held des Alltags. Denn mit seiner unkonventionellen Erziehung seiner sechs Kinder fernab der Zivilisation, sticht er aus der Gesellschaftsnorm heraus. Ein Film vom Erwachsenwerden und Erwachsenmachen, von Anpassung und Eigensinn, komisch und berührend zugleich.

Wie man auf den Titel Captain Fantastic kommt, bleibt ein Rätsel, aber der wahre Captain Fantastic an diesem Abend war Moderator Michael. Er führte souverän durch den Abend, brachte Oscarfeeling durch eine Live-Performance und organisierte spontan ein Geburtstagsständchen für einen der Filmemacher, der eine lobende Erwähnung erhielt. Gute und aktuelle Witze toppten seine Moderation.

Wir hoffen, dass die Verleihung im nächsten Jahr mehr bietet als eine tolle Filmvorführung mit Vorprogramm.

Die Literaturverfilmung “Sunset Song” nach dem Roman von Lewis Grassic Gibbon, verfilmt von Terence Davies (The House of Mirth, The Deep Blue Sea), soll hier eine lobenswerte Erwähnung finden. Schaut ihn Euch an, falls Ihr ihn noch nicht gesehen habt!

Viel Spaß beim Filmegucken!

Euer Lit. erl – Team!

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